Wir haben versucht, die Infos zur Epilepsie so kurz und knackig wie möglich zu halten ... und doch sind es massig viele. Daher haben wir die Masse an Informationen unterteilt und einzelnen Überschriften zugeordnet. Durch das Anklicken der folgenden Punkte kommen Sie direkt zum Thema – ein Klick auf „zurück“ bringt Sie wieder hierher. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

> Was ist "Epilepsie"?

> Warum die Epilepsie-Forschung am Hund für uns Menschen so wichtig ist

> Epilepsie beim Whippet

 


!!! Wichtig !!!

Wir möchten darauf hinweisen, daß Whippets zusammen mit vielen anderen Rassen zu den Hunderassen gehören, die an Epilepsie erkranken können. Epilepsie kommt auch bei Wölfen vor und ist eine Erkrankung, die es seit Millionen von Jahren gibt.


Epilepsie ist NICHT künstlich in den einzelnen Hunderassen entstanden, und erst recht nicht in den einzelnen Linien, sondern wurde vom Wolf in diese eingebracht, als man begann durch Inzucht die Hunderassen zu kreieren und verschiedene Allele zu "verlieren".
Epilepsie wird jedoch jetzt zu einem Problem, weil nach 400 Jahren Rassehundezucht die Häufigkeit dieser Erkrankung durch die geschlossenen und isolierten Genpoole zwangsweise zunimmt und betriebenes Matadorbreeding der letzen 5-10 Jahre zu weiteren Verlusten von Allelen geführt hat
.


Es ist wichtig zu verstehen, daß Whippets nicht häufiger an Epilepsie erkranken als andere Hunderassen auch, und daß deutsche Whippets NICHT stärker von Epilepsie betroffen sind als die Whippets anderer Länder auch.

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Was ist „Epilepsie“?

Im allgemeinen wird unter Epilepsie das wiederholte Auftreten von Krampfanfällen verstanden – der Tierarzt wird in diesem Zusammenhang evt. auch von epileptiformen Anfällen sprechen. Dabei ist es wichtig zu wissen, daß hierzu nicht nur das Krampfen ganzer Gliedmasse oder sogar des ganzen Körpers gehört, sondern auch weniger dramatische Erscheinungsformen wie z.B. ein wiederholtes Augen- oder Pfotenzucken, „Austreten“, „nach hinten schnappen“, Muskelzittern und vieles mehr. All dies kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Daher wird die Epilepsie in zwei große Kategorien eingeteilt:

 


(Für detailliertere Informationen über die beiden Epilepsieformen, die verschiedenen Anfallsarten sowie ihre Behandlung haben wir auf unserer Link-Seite einige sehr informative Seiten aufgeführt.)

 

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es unbedingt notwendig, die genaue Ursache der Epilepsie herauszufinden! Dabei ist eine definitive Diagnose der primären Epilepsie in den seltensten Fällen möglich – eine primäre Epilepsie kann nur dann sicher diagnostiziert werden, wenn eine sekundäre ausgeschlossen worden ist. Um so wichtiger ist es deshalb, daß alle Möglichkeiten zur Untersuchung bezüglich einer sekundären Epilepsie ausgeschöpft werden, besonders dann, wenn bei den Vorfahren und Verwandten des Tieres kein Verdacht auf eine vererbte Anlage gegeben ist.

Auch für die Teilnahme an der Studie von Prof.Dr. Lohi (und jeder anderen die genetische Ursache der Epilepsie erforschenden Studie) ist es unbedingt erforderlich, daß eine sekundäre Epilepsie ausgeschlossen werden kann. Nur Hunde mit „nachgewiesener“ primärer Epilepsie können an der Studie teilnehmen (ausgenommen hiervon sind die sogenannten „kalten Fälle“ bereits verstorbener Hunde). Die hierfür notwendigen Untersuchungen sind leider mit erheblichen Kosten verbunden. Die Arbeitsgemeinschaft bemüht sich daher ein Netzwerk von Tierärzten/-kliniken aufzubauen, die bereit sind diese Untersuchungen zu einem ermäßigten Preis anzubieten. Ob dies gelingt und wenn ja, in welchem Umfang, steht jedoch noch in den Sternen.


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Warum die Epilepsie-Forschung am Hund für uns Menschen so wichtig ist

 

 


Ca. 1% der Menschheit ist von Epilepsie betroffen. Die meisten Formen der humanen Epilepsie sind polygene Störungen (durch mehrere Erbfaktoren bestimmt). Bei Hunden hingegen tritt Epilepsie 5 - 10-mal häufiger als bei Menschen auf. Der hohe Anteil an Epilepsie in den verschiedensten Hunderassen bietet eine hervorragende Möglichkeit, die für die Epilepsie ursächlichen Gene zu identifizieren.


Diese Art der Forschung ermöglicht sowohl der Humanmedizin als auch der Hundezucht einen Fortschritt in der Gesunderhaltung in Bezug auf Epilepsie und andere gemeinsame Erbkrankheiten.


Prof. Dr. Lohi hat bewiesen, daß dieses Model funktioniert. Er hat am Kinderkrankenhaus von Toronto (Kanada) ein Forschungsteam angeführt, welches die verantwortlichen Gene der fatalen Form der Lafora-Krankheit (Epilepsie in Teenagern) untersucht und entschlüsselt hat. Diese Forschung führte zu dem Ergebnis: Epilepsie der Zwerg-Rauhhaardackel = Lafora Erkrankung des Menschen. (Die Ergebnisse wurden im Science Magazine im Januar 2005 publiziert). Mehr als 5 % der Hunde dieser Rasse sind von Epilepsie betroffen. Anhand der Hunde konnte das Forschungsteam die Gene identifizieren, welche für die Lafora-Krankheit verantwortlich sind. Momentan wird eine Behandlungsmethode basierend auf diesen Forschungsergebnissen entwickelt. Ein Gentest für die Rauhhaardackel steht bereits zur Verfügung.

 

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Epilepsie beim Whippet

 

Im Jahr 2000 startete der amerikanische Whippetverband ein Umfrage zur Gesundheit des Whippets. Die 219 Antworten repräsentierten dabei 6 Länder: die USA (158), Kanada (23), England oder Schottland (5), Australien oder Neuseeland (4) sowie Unbekannt (29). Dabei ergab sich, daß ca. 2% der Whippets an Krampfanfällen leiden.
In 20 Fällen von Euthanisierung wurde als Grund „neurologische Erkrankungen“ angegeben. Es wird im Bericht des amerikanischen Whippetverbandes ausdrücklich erwähnt, daß Krampfanfälle ein aufkommendes Problem sind, zusammen mit Taubheit. Auch in den skandinavischen Ländern Schweden und Finnland wird offiziell von den Zuchtkomitees der Whippetverbände über aufgetretene Fälle von Epilepsie berichtet
.

Aus Deutschland erhielt die Arbeitsgemeinschaft bereits zuverlässige Informationen zu an Epilepsie erkrankten Whippets, deren Besitzer/Züchter an den finnischen Forschungsstudien teilnehmen und Blut ihrer Hunde gespendet haben.


Auch ist aufgrund der Verwandtschaft der betroffenen deutschen Whippets ersichtlich, daß es sich um eine genetische Ursache handelt (Wurfgeschwister betroffen, sowie Vorfahren und Nachkommen). Man kann das Auftreten von erblich bedingter Epilepsie leider nicht mehr verleugnen.


Links zu den Original-Gesundheitsberichten der o.g. Whippetverbände:

USA:         http://home.swipnet.se/whippetklubben/am_health.htm

Schweden:
http://home.swipnet.se/whippetklubben/uppfkom.htm

Finnland:   
http://www.whippetharrastajat.fi/pdf/terveyskartoitus02.pdf

Diese Angaben scheinen sehr gering, aber die Dunkelziffer wird höher sein. Zudem muß man bedenken, daß ein erblich bedingtes Gesundheitsproblem dann angefaßt werden sollte, wenn erst wenige Fälle bekannt sind.


Sind erst einmal mehr als 5% der Rasse betroffen, wird auch ein Gentest nicht mehr viel nützen, bedenkt man die dadurch entstehende Einschränkung des Genpools und somit das Auftreten andere Erbkrankheiten.

 


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